cover-gmsf-1-3_1.png
Francois Roloff Jul 06 2026 5 Min. Lesezeit

GMSF 1.3 setzt neue Maßstäbe bei der CO₂-Messung im Mediengeschäft: So sehen wir bei Pyure die Neuerungen

Der neue Standard misst nicht nur mehr, sondern genauer – und legt offen, wie belastbar jede Zahl ist.

GMSF: Die gemeinsame Sprache der Medien-Emissionsmessung

Das GMSF ist die branchenweit anerkannte Methodik zur Berechnung von Treibhausgasemissionen aus Mediakampagnen. Der Standard rechnet nicht selbst – man kann ihn sich eher als Regelwerk vorstellen, auf dem Messtools aufsetzen. Dadurch bedeutet eine Zahl aus London genau dasselbe wie eine Zahl aus Tokio.

Version 1.2, vorgestellt bei den Cannes Lions 2025, war bereits ein solides Fundament: Sie brachte die Branche hin zu einer aktivitätsbasierten Messung – echte Impressions, echte Datenübertragung, echte Video-Sekunden. Zahlreiche Unternehmen, darunter viele unserer Kunden, haben darauf ihr Reporting aufgebaut. Version 1.3 baut auf diesem Fundament auf und geht noch einen entscheidenden Schritt weiter.

Reduziere deinen Footprint – allein dadurch, dass du ihn misst.

Was man nicht sieht, kann man nicht reduzieren. Buch eine Demo und wir schauen gemeinsam drauf.

Demo buchen

GMSF 1.3: Ein großer Sprung nach vorn bei der Emissionsmessung im Mediengeschäft

Alle paar Jahre macht ein Branchenstandard einen richtig großen Schritt. GMSF 1.3 ist genau so ein Moment. Vorgestellt von Ad Net Zero auf den Cannes Lions 2026, ist es das bislang umfassendste Update des Global Media Sustainability Frameworks – der gemeinsamen Methodik der Branche zur Emissionsmessung über alle Mediakanäle hinweg.

Bei Pyure beschäftigen wir uns Tag für Tag intensiv mit Mediadaten: Wir normalisieren sie, gleichen sie ab und bringen über alle Plattformen hinweg Ordnung hinein. Entwickelt sich ein Framework wie GMSF weiter, schauen wir deshalb ganz genau hin, was das in der Praxis bedeutet. Hier unsere Einschätzung zu den Neuerungen – und warum wir von der Richtung, die das Framework einschlägt, überzeugt sind.

Das ist neu – und das macht es für uns spannend

1. Abdeckung von rund 95 % der weltweiten Mediaausgaben

Die Reichweite von GMSF ist deutlich gewachsen. Der Standard deckt inzwischen Media im Umfang von rund 95 % der globalen Werbeausgaben ab – so breit wie nie zuvor. Ein logischer nächster Schritt für einen Standard, der seit seiner Einführung stetig gewachsen ist.

2. TV, Out-of-Home und Print bekommen deutlich klarere, einheitlichere Vorgaben

Version 1.3 bringt eigene Umsetzungsrichtlinien für Fernsehen, Out-of-Home und Print mit – zusätzlich zu einer überarbeiteten Digital-Methodik. Das ist für uns einer der spannendsten Punkte: Immer mehr Kanäle profitieren jetzt von derselben Konsistenz und Genauigkeit, die im digitalen Bereich längst Standard war. Richtlinien für Audio und Kino folgen noch im Laufe des Jahres 2026 und runden das Ganze ab – dann werden diese Kanäle erstmals eigenständig betrachtet und nicht mehr einfach wie Video behandelt.

3. Eine eigene Methodik für unternehmensweite Gemeinkosten-Emissionen

Genau mit solchen Zuordnungsfragen beschäftigen wir uns bei Pyure ständig: Wie verteilt man geteilte Kosten – in diesem Fall die Gemeinkosten-Emissionen eines Unternehmens – fair auf einzelne Kampagnen und Kunden? Version 1.3 liefert dafür erstmals eine klare, standardisierte Antwort und sorgt damit für mehr Konsistenz im Reporting.

4. Ein eingebauter Unsicherheitsindikator

Die Richtlinien führen nun außerdem einen standardisierten Unsicherheitsindikator ein. Dieses Transparenz-Signal zeigt an, wie viel einer Zahl auf echten Aktivitätsdaten beruht und wie viel auf modellierten Standardwerten. Eine durchdachte Ergänzung, die Teams noch mehr Sicherheit gibt, wenn sie ihre Zahlen gegenüber Stakeholdern oder Prüfern vertreten.

5. Digitale Methodik wird noch granularer – dank Lebenszyklus-Perspektive

Version 1.2 lieferte der Branche eine solide, aktivitätsbasierte Methode, um den Energieverbrauch bei Auslieferung und Ausspielung von Werbung zu messen. Version 1.3 erweitert das um eine Lebenszyklus-Perspektive: Sie berücksichtigt zusätzlich etwa den Fußabdruck der Hardware-Herstellung in der Auslieferungskette, eine genauere Betrachtung der Tiefe programmatischer Ketten sowie aktualisierte Emissionsfaktoren.

Weil 1.3 also einen größeren Teil des Gesamtbildes erfasst, werden Kampagnen, die nach der neuen Methodik gemessen werden, andere – womöglich höhere – Gesamtwerte zeigen als dieselben Kampagnen unter 1.2. Das liegt schlicht daran, dass sich der Messumfang erweitert hat, nicht daran, dass frühere Zahlen falsch waren. Werte aus 1.2 haben exakt das abgebildet, wofür diese Version konzipiert war, und bleiben eine solide, verlässliche Basis für darauf aufbauende Vergleiche und Trends.

Im Überblick: 1.2 und 1.3 im Vergleich

KriteriumGMSF 1.2GMSF 1.3
KanalabdeckungPrimär digital, mit ersten Hinweisen zu anderen Kanälen~95 % der globalen Mediaausgaben, über Digital, TV, OOH und Print
Digitale MessmethodikAktivitätsbasiert (Impressions, Datenübertragung, Video-Sekunden)Aktivitätsbasiert + Lebenszyklus-Perspektive (inkl. Hardware und Kettentiefe)
Unternehmens-GemeinkostenNicht formal geregeltEigene Zuordnungsmethodik
DatentransparenzStandardisierte FaktorenStandardisierte Faktoren + Unsicherheitsindikator
Audio & KinoNoch nicht ausführlich behandeltWeitere Richtlinien im Laufe von 2026 erwartet
Unsere Einschätzung
Eine Methodik, die mehr vom Gesamtbild erfasst, ist ein Gewinn für die ganze Branche

Das gilt auch dann, wenn die Zahlen dadurch anders aussehen als zuvor. Die Werte unter 1.2 waren richtig für das, was 1.2 messen sollte. Die Werte unter 1.3 bilden künftig einfach mehr von diesem Gesamtbild ab. Das eine macht das andere nicht ungültig.

Quellen und weiterführende Links

  • Ad Net Zero, Global Media Sustainability Framework (GMSF), Methodikdokumentation und Updates — adnetzero.com

  • Comms Council NZ, Global Media Sustainability Framework v1.3 Released

  • LBBOnline, Ad Net Zero Updates Measurement Framework To Calculate Emissions

  • Carbon Intelligence, Carbon Intelligence Adopts GMSF v1.3

GMSF 1.3: Was sich bei der CO₂-Messung ändert